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Monika
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« am: 01. Mai 2006, 19:14:03 » |
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C L O G G I N G und I C H von Monika Zöller
Es war einmal.....der Wunsch nach Tanzen. Tanzen in jeder Form und wo auch immer es möglich war. Als kleines Mädchen durfte ich, was zu meiner Zeit gar nicht so eine Selbstverständlichkeit war, am Ballettunterricht teilnehmen. Was hoffnungsvoll begann, endete fast tragisch. Ich wurde einfach zu lang. Also, was blieb mir übrig? So hörte ich todunglücklich mit dem Tanzen auf und versuchte stattdessen einige Zeit später, das klavierspielen zu erlernen. So blieb ich der Musik verbunden und lernte gleichzeitig einigermaßen deren Technik kennen. Es wurde nie eine gute Klavierspielerin aus mir, das Stillsitzen war einfach nicht meine Sache und außerdem waren die Stunden ziemlich teuer. Als Fazit bleibt die Erkenntnis, daß nichts Erlerntes umsonst ist. Es bereichert uns, was immer wir auch tun. Aber wie begann es denn nun?
Im Jahre 1982 war ich zufällige Zuschauerin bei einer Square-Dance Vorführung hier in München. Es tanzten zwei Squares der Dip-N-Diver mit dem Caller Tommy Morgenroth. Es wurden Einladungsflyer für ein Open House verteilt, welches ich dann ziemlich neugierig besuchte. Natürlich schrieb ich mich sofort zur Class bei Tommy ein und beendete diese im März 1983. Als Lernmaterial bekamen wir eine kleine Broschüre ausgehändigt, in der die Mainstreamfiguren erläutert wurden. Irgendwann las ich diese Broschüre doch tatsächlich bis zum Ende durch und traute meinen Augen nicht. Da gab es ein paar Zeilen mit der Überschrift CLOGGING. Zu dieser Zeit hatte ich schon über fünf Jahre Stepptanzunterricht hinter mir und so wollte ich Clogging kennenlernen. Ich fühlte, dies wird eine Herausforderung für mich sein und so kam es auch.
Es gestaltete sich schwieriger als vermutet. Niemand im Münchner SD-Raum hatte je etwas über Clogging gehört oder es gesehen. Es war wie verhext. Nach vielen, vielen vergeblichen Fragen und Anrufen und fast schon bereit aufzugeben, stieß ich auf einen Artikel über Shelia Popwell. Sie lernte Clogging ebenfalls über SD kennen und begann damit im Jahre 1968 in Atlanta. Es gab damals noch keine Regeln, keine Festlegung der Terminologie und es wurde getanzt nach „See this... Like this...Dance this“. So herrschte doch ein gewisses Chaos bei allen Beteiligten. Dies veranlaßte Shelia und einige weitere Teacher aus North Carolina und den umliegenden Staaten, sich zusammen zu setzten und die Problematik zu besprechen. So gründeten sie die unabhängige Organisation THE NATIONAL CLOGGING AND HOEDOWN COUNCIL. Im Rahmen dessen wurde die Terminologie festgelegt und die acht Grundschritte niedergeschrieben. Diese bilden bis heute die Grundlage und ermöglichen ein gemeinsames Tanzen weltweit.
Shelia freute sich sehr über die Post aus Old Germany und war sofort bereit, mir zu helfen. Sie hatte unter anderem eine kleine Broschüre mit dem Titel EVERYTHING YOU ALWAYS WANTED TO KNOW ABOUT CLOGGING verfasst, die sie mir mit vielen weiteren Unterlagen zukommen ließ. Sofort begann ich mit der Übersetzung und was ich übersetzte, versuchte ich zu tanzen. Meine erworbene Stepptanzerfahrung erleichterte mir das Erlernen. Trotzdem war es zu Beginn nicht einfach die Up- and Downbewegungen richtig auszuführen. Der Stepptanz unterliegt dieser Festlegung nicht und eine Videovorführung hatte ich damals nicht zur Hand. Wie ich mich erinnern kann, war mein größtes Problem das Brush-back across. „Die Ferse führt den Fuß“, steht in den Anweisungen von Shelia, aber ich hatte keine Vorstellung wie das sein sollte. Es ist immer leichter etwas gezeigt zu bekommen als aus einem Buch zu erlernen. Wieder kam mir der Zufall zur Hilfe. Im Sommer 1984 wurde in München ein internationales Volkstanzfestival im Löwenbräukeller (der dann einige Jahre später abbrannte) veranstaltet. Eine Clogginggruppe aus Ella Cart, Texas, nahm daran teil und deren Teacherin, Marian Hackney, erklärte und zeigte mir Brush-back arcross. Wie einfach wenn man weiß wie!!!! Nach dieser Begegnung stand es für mich endgültig fest, ich werde Clogger. Noch war ich eine eifrige SD-Tänzerin bei den Jolly Joker in München. Ich bekam die Möglichkeit, den Tanzsaal ab und an nutzen zu können und so starteten mein Sohn Mike und einige Freunde mit mir im Frühjahr 1984 das Abenteuer Clogging. Ich weiß es noch wie heute, als ersten Tanz wählten wir Popcorn, choreographiert natürlich von Shelia Popwell. Wir unterschätzten diesen Tanz total, da wir ja auch noch keine Ahnung von Easy, Intermediate oder Advanced hatten. Meine Güte, was haben wir uns geplagt aber, wir schafften es und waren überaus stolz auf uns.
Unsere Aktivität sprach sich natürlich herum und wir erweckten Neugierde bei anderen Tänzern. Das Interesse war groß und veranlaßte mich, im April 1985 endlich eine Clogging-Class anzubieten. Zwischenzeitlich hatte ich Petra Willm kennengelernt. Sie hatte Clogging in Baltimore gesehen und so konnten wir unsere jungen Erfahrungen austauschen. Im Februar 1986 feierten wir beim SD Club Jolly Joker unsere erste Clogging Graduation. Danach waren wir acht Tänzer und wir beschlossen, einen Club zu gründen. Am 1. Aug. 1986 wurden wir als erster Clogging Club mit dem Namen COUNTRY CLOGGER MUNICH von der EAASDC aufgenommen. Wir fanden einen eigenen Tanzsaal, stotterten unsere Anlage ab und gingen mit viel Elan ans Werk. Im März 1987 feierten wir unsere Clogging-Special Dance Premiere im Bürgerhaus Garching. Hier lernten wir auch die Clogger des SD Clubs Die Hards aus Schweinfurt kennen. Es folgten noch drei weitere Veranstaltungen dieser Art, jede für sich erfolgreich und schön.
Beim Round Up 1987 in Wolfratshausen konnten wir uns zum erstenmal bei einer großen Veranstaltung präsentieren. Nie im Leben vergesse ich die Situation mit Mike beim tanzen. Mitten im Cotton Eyed Joe sagte er: „Mir wird schlecht.“ Er hatte zuvor noch ein großes Schnitzel mit Pommes gegessen. Ich verdrehte die Augen zum Himmel und hoffte auf Beistand. Es ging alles gut und wir bekamen viel Applaus und begeisterten Zuspruch. Hier traf ich zum erstenmal auf Becky Kraft. Sie hatte in Augsburg bei dem SD Bavarian Stompers mit einer Clogging-Class begonnen und sie wurde eine liebe Freundin für mich.
Im Jahre 1988 besuchten uns die Caramella Dancer aus Prag. Bereits ein Jahr später waren The-Fire-On-The-Mountain Clogger mit Leaderin Linda Carolan unsere Gäste. Im selben Jahr reisten wir nach Prag und cloggten uns die Füße wund. Dazwischen lagen viele, viele Auftritte bei den mannigfaltigsten Veranstaltungen, einmal sogar bei „Geld oder Liebe“ im WDR. Wiederholt besuchten uns unsere Freunde aus Prag. Ebenso reisten wir noch zweimal in die Goldene Stadt.
1991 beschlossen wir mit den Renegades-Quicksteppers unter Anette Lieb den Besuch der 8th Annual National Clogging Convention in Nashville, Tennessee. Es war ein Erlebnis. Wir wurden herzlich willkommen geheißen und überall bestaunt. Wir waren die ersten Europäer die diese Veranstaltung besuchten und dem entsprechend heiß begehrt. Für mich persönlich war es etwas ganz Besonderes, da ich viele meiner telefonischen Kontakte nun persönlich kennenlernen konnte. Eine ganz besondere Ehre war für mich das Treffen mit Steve Smith. Seit 1985, als ich das erste cuesheet (Get back to the country) von ihm erhielt, bis heute, bin ich sein Fan geblieben. Nach seiner krankheitsbedingten Auszeit freue ich mich ganz besonders für ihn, daß er wieder zurück auf die Teacherbühne gefunden hat und hoffe, daß noch viele Tänzer die Möglichkeit haben werden, mit ihm zu cloggen. Im Jahre 1993 verzeichneten die Country Clogger Munich 45 Mitglieder. Wir waren fest etabliert, hatten unsere regelmäßigen Vorführungen und eine treue Fangemeinde. Ich als Instruktor war an einem Wendepunkt angekommen. Ich hatte viel erlernt, mich immer regelmäßig weitergebildet, war mehrmals in den Staaten gewesen, hauptsächlich um zu Lernen, hatte mir Buck und Canadian Style angeeignet (bei Claudia Collier und Jay Dumcum) und spürte ganz deutlich, ich wollte neue Wege gehen. Mein Wunsch war es, eine Exhibitionsgroup zu gründen um mich mehr mit Choreographien beschäftigen zu können. Mike erklärte sich gerne bereit und übernahm die Country Clogger Munich als deren neuer Instruktor.
Für mich war damit der Weg frei und am 1. Januar 1994 gründete ich die CITY CLICKER DANCE GROUP München. Wir waren 13 Mitglieder und eine eingeschworene, erfolgreiche Tanzgemeinschaft. Zwischenzeitlich fiel der Eiserne Vorhang und in Prag wurde 1995 die erste Clogging Convention veranstaltet. Welche Freude, dort traf ich, neben Jay Dumcum, wieder auf Steve Smith. Im Abendprogramm tanzten Jay und Steve Freestyling alleine auf der Bühne. Oh was für Tänzer!! Es war das Beste, was ich je zu sehen bekam. Im folgenden Jahr nahmen wir natürlich an der zweiten Convention ebenfalls teil. Danach haben die Caramellas leider keine weitere Convention mehr veranstaltet. Für mich war es jedesmal eine interessante Gelegenheit zu sehen, wie sich die Tänzer dort entwickelten. Kein Tanz war ihnen zu schwierig, kein Schritt zu kompliziert, sie wollten lernen, lernen, lernen. Als Instruktor habe ich diesen Eifer natürlich genossen, er hat mich angespornt und inspiriert, entsprach er doch meinem eigenen Naturell.
Es gäbe noch so vieles zu berichten, so viele Namen zu nennen, Besucher zu erwähnen, aber es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei Claudia Collier bedanken. Für mich ist sie eine ganz liebe Person, eine großartige Tänzerin und eine tolle Teacherin. Sie schenkte mir ihre Freundschaft und Hilfe.
Ende 2000 traf es mich wie ein Erdbeben. Mein Rücken streikte und ich war gezwungen, meine Cloggingschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Nichts ging mehr. Bei den City Clickern wurde ich von Isolde Busl und Ulrich Selzle abgelöst, beides langjährige Tänzer. Des Weiteren bildete sich eine kleine Gruppe Die Münchner Clogger im ESV München Ost unter der Leitung von Monika Knerr, ebenfalls eine begeisterte Tänzerin.
Nie hätte ich auch nur ansatzweise vermutet, daß ich irgendwann wieder einmal cloggen könnte. Nun ist es doch möglich geworden. Mia Ruf lud mich ein nach Bad Wörishofen zu kommen um zu teachen. Herbert Köhler, ein Cloggingfreund aus den Anfängen des Jahres 1985 hat mich ebenfalls dazu ermuntert und so habe ich es gewagt und es gelang. Nach 1 ¾ Jahren Pause meinen ersten workshop zu teachen war fast ebenso ein Erlebnis und eine Herausforderung, wie vor Jahren der Einstieg ins Clogging.
Clogging war und ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es übt Faszination auf mich aus, es ist wunderbar zu sehen, wie Tänzer das Tanzen genießen, wie sie stöhnen und jammern und am Ende doch glücklich sind wenn sie einen workshop erfolgreich gemeistert haben. Clogging weckt in mir Leidenschaft, meine Seele, mein ganzer Körper sind immer bei der Sache. Für mich ist es schön den Rhythmus der Musik zu spüren, beim choreographieren mit den Rhythmen zu spielen und dann auch noch die Teilnehmer und Zuschauer begeistern zu können. Musik umzusetzen und tänzerisch darzustellen war immer mein Bestreben und Clogging hat mir dazu verholfen. Es hat mir ermöglicht, viele Menschen anderer Nationen kennen zu lernen und viele Freunde in nah und fern zu finden. Ich möchte keine einzige, getanzte Clogging-Minute der vergangenen Jahre missen.
Dem CLOGGING wünsche ich eine erfolgreiche Zukunft. Mir persönlich wünsche ich noch viele schöne workshops mit begeisterten Tänzern.
In diesem Sinne uns allen ein HAPPY CLOGGING ! ! ! ! ! ! !
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